Zu den Abstimmungen

Am 27. November stehen zwei Abstimmungen an, welche die Bildungslandschaft in Arlesheim direkt betreffen. Gerne möchten wir Ihnen unsere Ansichten dazu darlegen.

Der Änderung bezüglich der Zusammensetzung des Schulrates stimmen wir zu. Einerseits ist aus unserer Sicht ist auch mit 5 Mitgliedern eine genügend breite Abstützung des Schulrates in der Bevölkerung möglich, andererseits sollte ein solches Gremium sowieso sach- und nicht parteibezogen arbeiten.

Die Vorlage zur Änderung des Bildungsgesetzes lehnen wir klar ab.  Zwar wären die praktischen Auswirkungen des Gesetzes wohl marginal, da z.B. Lehrpläne und Stundentafeln nur alle 10 bis 15 Jahre verändert, resp. erneuert werden.  Es würde sich unserer Ansicht nach aber um ein komplett falsches Signal und um einen Schritt in eine verheerende Richtung handeln: anstatt den Trend des zunehmenden Einflusses der Politik auf die Bildung zu verstärken, möchten wir auch auf dieser Ebene weiterhin eine klar sachbezogene Bildungspolitik fordern. Das weltweit einmalige Bildungssystem in der Schweiz darf nicht zum Spielball politischer Interessen verkommen, sondern sollte als das weiterentwickelt werden, was es ist: Die wertvollste Ressource zur Sicherung unserer Zukunft.

Sport für Alle

Der Regierungsrat hat auf Schuljahr 2011/12 die Verordnung über Beurteilung, Beförderung, Zeugnis und Übertritt (VO BBZ) revidiert – bedingt durch die Harmonisierung des Bildungswesens.

Die aktuelle Änderung betrifft nur das Fach Sport, welches neu im Niveau P der Sekundarstufe I, wie schon in den Niveaus A und E, zum Promotionsfach wird. Das heisst, dass neu auch in diesem Fach Noten gegeben werden, welche für die Beförderung relevant sind (bisher wurden zwar Noten vergeben, jedoch hatten diese keinen Einfluss auf das Zeugnis).

Damit kommt der Regierungsrat der vom Landrat überwiesenen Motion “Sport als Promotionsfach” nach.

Die Elternplattform begrüsst diesen Schritt, da Sport somit in allen drei Niveaus gleich behandelt wird.

Den Einbezug von Sport als Promotionsfach an den Gymnasien lehnt der Regierungsrat aber weiterhin ab, da gemäss der gesamtschweizerischen Verordnung über die Anerkennung von gymnasialen Maturitätsausweisen MAR) Sport kein für das Bestehen der Matur zählendes Fach ist.

Sekundarschule Arlesheim – Münchenstein: Wie weiter?

Der Presse letzter Woche war zu entnehmen, dass der Kanton nun einzelne Sekundarschulbauten übernommen hat. Ebenfalls war vom Vorschlag des Regierungsrates zu lesen, den Sekundarschulrat künftig durch die Regierung wählen zu lassen.

Die Elternplattform hat in einem Brief an Regierungsrat Wüthrich dringend von diesem Vorgehen abgeraten – für uns und andere lokale Gruppierungen würde das bedeuten, dass wir im Sekundarschulrat nicht mehr vertreten wären und somit spezifische Anliegen nicht mehr einbringen könnten. Abgesehen davon soll der Schulrat unserer Meinung nach auch weiterhin direkt von der Bevölkerung gewählt werden können, damit er unabhängig von parteipolitischen Überlegungen zusammengesetzt wird.

Uns beschäftigten aber auch viel konkretere Fragen. Die Zusammenlegung der Sekundarschulorte Arlesheim und Münchenstein ist beschlossen, der Kanton hat jetzt erste Gebäude übernommen. Nur – wie geht es jetzt weiter? Was für Auswirkungen können wir Eltern (und unsere Kinder) nun erwarten? Können unsere Kinder z. B. weiterhin in Arlesheim zur Schule gehen – oder ist Münchenstein nun von Anfang an auch eine Option? Wir haben Regierungsrat Wüthrich auch um Klärung bezüglich nächster Schritte und Auswirkungen gebeten. Die Kommunikation nur über politische Kanäle ist für uns ungenügend und wir wünschen uns deshalb eine breitere Information der Öffentlichkeit.

Münchenstein hat einen Elternrat

Wie dem Wochenblatt vom 11.11.10 zu entnehmen ist, hat sich in der Primarschule Löffelmatt in Münchenstein ein Elternrat gebildet. Der Schulleiter äussert sich sehr positiv zu diesem neugegründeten Projekt. Aus seiner Sicht besteht kein Problem, dass sich Eltern zu stark in den Schulalltag einmischen könnten. Er erachtet es im Gegenteil als sehr wichtig, dass Eltern mit den Lehrpersonen zusammenarbeiten, zumal der Einfluss auf die Kompetenzen der Schulbehörden und Lehrpersonen klar geregelt ist.

Arlesheim hat mit der Einführung der Elternstämme auf Primarstufe einen Anfang gewagt. Wer weiss? Vielleicht können wir in naher Zukunft eine ähnliche Meldung aus unserer Gemeinde lesen?

Bessere Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule mittels Elternrat

In einem Interview mit dem Migros-Magazin vom 6.9.2010 beschreibt die Expertin Maya Mulle, Leiterin der Fachstelle Elternmitwirkung, wie sich das Umfeld der Schulkinder in den letzten zwanzig Jahren verändert hat. Die Rollenverteilung sei nicht mehr so klar wie früher, als die Eltern Lehrer einfach als Autoritätspersonen akzeptierten und ihnen vertrauten. Heute ginge die Schule viel mehr auf die Bedürfnisse der einzelnen Kinder ein, aber das wecke oftmals die Erwartungen der Eltern. In diesem Spannungsfeld Schule-Elternaus versuche der Elternrat sich zu positionieren. Das erfordere einerseits von der Schule, sich zu öffnen, die Eltern in ihre Abläufe, in die Organisation der Schule einzubeziehen und Entscheidungen transparent zu machen. Anderseits erfordere das bei den Eltern klare Grenzen und Abmachungen zu definieren und sie einzuhalten. Maya Mulle gibt die folgenden Tipps für ein gutes Verhältnis zur Schule:

Eine Beziehung aufbauen

Wenden Sie sich nicht erst an eine Lehrperson, wenn ein Problem auftaucht. Pflegen Sie den Kontakt kontinuierlich, ohne penetrant zu sein. Akzeptieren Sie die Lehrperson als Expertin auf ihrem Gebiet; treten Sie nicht fordernd auf.

Konstruktiv kritisieren

Setzen Sie sich für Ihr Kind ein, aber formulieren Sie Kritik sachlich, ohne zu drohen. Wenden Sie sich erst an die Schulleitung, wenn das Gespräch mit der Lehrperson Sie nicht weiterbringt.

Sich informieren

Eine gute Zusammenarbeit bedingt, dass alle Beteiligten über Ihre Rechte, Pflichten, Möglichkeiten und Kompetenzen im Schulalltag Bescheid wissen.

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