Natürlich sollte man sich auf die positiven Neuigkeiten konzentrieren – in Bern wurde heute das HarmoS Konkordat in einem Referendum angenommen.
Auf der anderen Seite nehmen die negativen Schlagzeilen im Zusammenhang mit der Abstimmung immer mehr zu: Nebst der Tatsache, dass die Vorlage in Bern nur mit 51.5% angenommen wurde, haben zwei weitere Kantone, nämlich Uri und Zug, das Konkordat den Bach runter geschickt.
Nach diesen Abstimmungen steht es zwar 11:5 für HarmoS (dafür: BE, SH, GL, VD, JU, NE, VS, SG, ZH, GE und TI; dagegen: ZG, UR, LU, GR, TG und NW); dennoch aber stimmen die Resultate nachdenklich.
Während die Gegner der Vorlage eine zumeist sehr emotionale Kampagne (es sei an die weinenden Kinder erinnert) führen, fällt es den Befürwortern offenbar schwer, die Vorteile aufzuzählen.
Die Elternplattform hat sich stets klar zu HarmoS bekennt – und deshalb hier noch einmal unsere drei Top-Gründe dafür:
- Lernziele und Schulstrukturen werden kantonsübergreifend angeglichen – das bringt neben besserer Vergleichbarkeit (Stichwort: Qualität!) vor allem erhebliche Mobilitätsvorteile – allfällige Anschlussprobleme in der Schule nach Umzügen in andere Kantonen gehören so der Vergangenheit an
- Der Kindergarten erfährt eine Aufwertung dadurch, dass zwei Jahre obligatorisch werden und er zusammen mit der Primarschule zur “Grundschule” gezählt wird (das ändert übrigens nichts an den Inhalten – so etwas wie “Einschulung mit 4″ ist im Grunde nichts als Polemik)
- HarmoS fordert die Kantone auf, die Primarschulstufe vorzugsweise in Blockzeiten zu organisieren und weiter, dem Bedarf vor Ort entsprechende Tagesstrukturen anzubieten. Die Nutzung der Tagesstrukturen ist fakultativ und normalerweise beitragspflichtig. Dies ändert wenig an existierenden Strukturen, allerdings werden die Kantone stärker in die Pflicht genommen.
Wer noch mehr wissen will, dem sei unser HarmoS-Dossier ans Herz gelegt – darin haben wir versucht, alle Fakten und viele interessante Links zu sammeln.