Wahlführer zur Landratswahl

Die Zeitungen sind voll mit Wahlempfehlungen für die Landratswahlen. Bei den vielen Kandidierenden ist es manchmal schwierig, den Überblick zu behalten. Die Elternplattform interessiert sich naturgemäss hauptsächlich für die Standpunkte zur Bildung und Bildungspolitik. Wir haben deshalb einen kleinen Wahlführer erstellt, welcher einerseits die grundlegenden Standpunkte der Parteien darlegt, sofern wir diese erhalten haben. Andererseits haben wir aus der Internet-Plattform smartvote.ch die Antworten auf die bildungspolitischen Fragen der Kandidierenden aus Arlesheim in einer Tabelle zusammengefasst (sofern ein entsprechendes smartvote Profil vorhanden ist).

Wir bleiben politisch neutral und geben keine Wahlempfehlung ab – vielmehr möchten wir mit unserer kleinen Zusammenstellung dazu beitragen,  dass der Wahlkampf ein klein wenig übersichtlicher wird.

Sie können Elternplattform Wahlführer zur Landratswahl 2011 hier herunterladen (PDF-Format).

HarmoS kommt zur Abstimmung

Es ist soweit – nach 18 anderen Kantonen (12 ja, 6 nein), stimmen wir  nun auch im Kanton Basel-Land über das HarmoS Konkordat ab. Die Elternplattform Arlesheim hat sich schon vor längerer Zeit klar dafür ausgesprochen. Hier noch einmal in Kürze, worum es geht:

HarmoS ist im Prinzip nichts anderes als eine strukturelle Vereinheitlichung der verschiedenen kantonalen Schulsysteme auf „8-3“: 8 Primarschuljahre (inkl. 2 Jahre Kindergarten) und 3 Sekundarschuljahre. Das vielbeschworene weinende Vierjährige, welches ab sofort Französich-Vokabeln zu büffeln hat, löst sich in heisse Luft auf: Für den Kanton Basel-Land ändert sich die Dauer der einzelnen Schulstufen – und das erste Kindergartenjahr, welches von der grossen Mehrheit unserer Kinder sowieso schon besucht wird, wird mit HarmoS obligatorisch. Von Verschulung also keine Spur.

Uns erscheint die Vereinheitlichung der Strukturen eine dringende Notwendigkeit – nicht nur, weil die Lerninhalte vergleichbar werden, sondern vor allem auch wegen des Mobilitätsfaktors – für Familien, aber auch für Lehrpersonen. Übrigens tangiert HarmoS weder Blockzeiten und Tagesstrukturen noch die Praxis der Sonder- und Kleinklassen.

Bei jeder Veränderung stehen Chancen gegen Risiken. Wir glauben, dass die Chancen der Vereinheitlichung die Risiken bei Weitem übersteigen. Mehr dazu finden Sie im Dossier zum Thema.

Verwirrung um HarmoS in Basel-Land

Vor einigen Wochen war in einer Medien-Mitteilung zu lesen, dass sich die Bildungs- Kultur- und Sportkommission des Kantons Basel-Land gegen einen HarmoS Beitritt ausspricht.

Dieser Entscheid an sich ist schon einigermassen befremdend – richtig verwirrend wird es ein paar Zeilen weiter unten, wo nämlich dem Landrat empfohlen wird, die Änderungen des Bildungsgesetzes bezüglich “Bildungsraum Nordwestschweiz” anzunehmen.

Wir haben mit der BKSK Kontakt aufgenommen, um diese Entscheide besser verstehen zu können. Der Antwort ist zu entnehmen, dass die BKSK mit “sehr knappen Stimmverhältnissen” entschieden hat. Offensichtlich haben die Befürchtungen bezüglich zwei Fremdpsrachen auf Primarstufe gegen HarmoS gesprochen – und gegen die Sonderpädagogik die Befürchtung, dass der Unterricht “infolge der Durchmischung [von nicht-behinderten und behinderten Kinder] für die Lehrpersonen start erschwert würde”. Ausserdem sei mit Widerstand von Eltern zu rechnen.

Den Bildungsraum Nordwestschweiz möchte die Kommission dennoch zur Annahme empfehlen, weil “eine Zusammenarbeit zwischen den Kantonen trotz allem sehr erwünscht ist”.

Als nächstes steht nun die Landratsdebatte bevor – wir hoffen, dass sich der Landrat nicht von Befürchtungen und diffusen Vorhersagen über mögliche Reaktionen der Eltern (=WählerInnen!) leiten lässt, sondern von Chancen, die sich hier eröffnen – und dass man die Zusammenarbeit nicht “trotz allem”, sondern “eben deshalb” sucht!

Die Elternplattform steht weiterhin hinter HarmoS – alle Reformen und Veränderungen bergen Risiken und Chancen, und die Kunst ist es, erstere zu minimieren und letztere zu begünstigen. Wir freuen uns, dass trotz des Schlingerkurses einiger Parteien sich lokale Exponenten weiterhin klar für HarmoS aussprechen.

Baselland spart bei Sekundarschule

An den Sekundarschulen sollen erneut 14 Millionen Franken eingespart werden. Die sichtbarste Auswirkung wäre die Erhöhung der Maximalanzahl von SchülerInnen in Klassen auf 26 sowie die Reduzierung des Angebots an Wahlfächern.

Bereits haben Lehrkräfte und Eltern dagegen demonstriert.

Auch die Elternplattform Arlesheim ist entschieden gegen diese Sparpläne. Bereits jetzt sind die Klassen mit bis zu 24 Kindern zu gross und viele Lehrkräfte (und SchülerInnen!) stossen an ihre Grenzen.

Wir glauben, dass die angekündigten Sparmassnahmen ein Schritt in die falsche Richtung sind und fordern den Regierungsrat und die Bildungsdirektion auf, den Entscheid zu überdenken und rückgängig zu machen.

Update: Weitere Infos sind auf der Homepage des Kantons zu finden.

1 pages