Kinderarzt Remo Largo schreibt in seinem Buch „Schülerjahre – wie Kinder besser lernen“,
auch darüber, warum die Schule nicht für Buben gemacht ist und wie eine bessere Schule aussieht.
Kinder lernen einfacher, wenn sie sich angenommen fühlen und ihrem Entwicklungsstand entsprechend lernen können. Der Lehrplan sollte so angelegt sein, dass ein Kind seine Fähigkeiten überall so gut wie möglich entwickeln kann.
Kinder wollen dauerhafte und wenige Bezugspersonen. Kinder werden nicht führbar durch Regeln, sondern durch Beziehungen. Zwei bis drei Lehrer, alles andere ist kontraproduktiv.
Ausserdem gibt es Unterschiede in den Geschlechtern, Buben sind motorisch deutlich aktiver als Mädchen. Statt dies zu akzeptieren, setzt man diejenigen unter Druck, die von der Norm abweichen.
Gute Noten erzielen oft die Braven, die Angepassten und das sind vor allem die Mädchen. Kein Wunder sind 60% unserer Gymnasiasten weiblich.
Buben müssen sich auch mal austoben können, fordert Remo Largo. Eine kindgerechte Schule respektiert dieses Bewegungsbedürfnis. Chancengleichheit im Bildungssystem ist dann erreicht, wenn jedes Kind sein individuelles Entwicklungspotential möglichst gut ausschöpfen kann.
Aus dem Interview mit Remo Largo. (Migros-Magazin 10)
Buch: Schülerjahre – wie Kinder besser lernen (ISBN-10: 3-492-25848-4)




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