Die Elternplattform hat vor einiger Zeit einen Konzeptvorschlag für einen Elternrat für die Schulen in Arlesheim entworfen. Da das Wort “Elternrat” verschiedene Interpretationsansätze bietet, möchten wir hier kurz darlegen, was wir uns darunter genau vorstellen und warum wir überzeugt sind, dass ein “Elternrat” die Schulen in Arlesheim weiterbringt.
Der Konzeptvorschlag
Hier klicken, um den Vorschlag anzusehen
Was ist der Elternrat?
Wie dem Konzeptvorschlag zu entnehmen ist, hat der Elternrat den Zweck, den Dialog zwischen “allen an der Schule Beteiligten” zu fördern. Wir sind der Meinung, dass viele Probleme gar nicht erst entstehen würden, wenn eine institutionalisierte Kommunikationsplattform für Eltern, Schulrat und Schulleitung existierte. Themen wie “Gewalt”, “Mobiltelefone”, aber auch “Pausenplatzgestaltung” oder “Schulfest” könnten zu einem frühen Zeitpunkt angegangen werden – und es könnten Konzepte entstehen, welche auf allen Ebenen (Eltern, Lehrpersonen, Behörden) abgestützt wären.
Der Elternrat und die existierenden Institutionen
Unseres Erachtens und unserer Erfahrung nach reichen die bisherigen Institutionen dafür nicht aus. Der Schulrat ist eine politische Behörde, welche in die Strategien der Schulen Einfluss nimmt und als eine Art “Verwaltungsrat” (oder “Aufsichtsrat”) der Schulen fungiert. Natürlich hat er auch in der Kommunikation und Zusammenarbeit mit Eltern wichtige Aufgaben (nicht zuletzt deshalb, weil er auch Beschwerdeinstanz ist), dennoch ist er für viele Bereiche nicht direkt zuständig, weil er in die operativen Geschäfte der Schule nicht oder nur am Rande eingreift und auch nicht eingreifen soll.
Die immer mehr auf Initiative einzelner Lehrpersonen ins Leben gerufenen “Elternstämme” sind eine grossartige Idee, um die Kommunikation innerhalb der Klassen bzw. der Eltern und Lehrpersonen einzelner Klassen zu verstärken und zu verbessern. Grössere, die ganze Schule angehende Themen jedoch können sie, gemäss ihrer Natur, nicht angehen. Allerdings ist durchaus vorstellbar, dass die Summe aller Elternstämme (oder Vertretungen aus allen Elternstämmen) in Zukunft einen “Elternrat” bilden könnte.
Was ist das Konzept der Elternplattform?
Das Konzept ist ein Vorschlag zur Diskussion. Der Vorstand der Elternplattform hat sich verschiedene existierende (und funktionierende) Elternräte im Kanton Basel-Land und in der ganzen Schweiz angeschaut (teilweise sogar “live” oder den Dialog via E-Mail gesucht, teilweise nur durch Informationssichtung auf Webseiten und anderen Konzepten). Unser Konzept ist sozusagen die verdichtete Form all der Ideen, die wir aufgegriffen haben. Deshalb ist das Konzept weder eine endgültige Version des Elternrates noch eine unumstössliche Tatsache; es ist der Ausgangspunkt für die Entwicklung eines Elternrates an den Schulen in Arlesheim
Was ist der Elternrat nicht?
Der Elternrat ist keine Kontrollinstanz der Lehrpersonen. Er kann und soll nicht in pädagogische Konzepte eingreifen, oder gar als “Meckerecke” für unzufriedene Eltern dienen. Natürlich kann und soll er auch als Ventil fungieren – und natürlich kann er auch, wenn sich zum Beispiel Klagen über einzelne Lehrpersonen (oder Schüer!) häufen, diese konzentriert und mit einem gewissen Gewicht an die Schulleitung und / oder den Schulrat weitergeben. Aber wie beschrieben, soll der Elternrat dem Dialog und der Lösungsorientiertheit dienen, und nicht der Konfrontation und der Problemorientiertheit.
Der Elternrat hat auch keinerlei “politische” oder “administrative” Kompetenzen. Wir möchten durchaus Mitspracherecht und Antragsrecht für ihn fordern, aber die Entscheide werden von Schulleitung und Schulrat gefällt. Insofern hat der Elternrat also keinerlei “Macht”. Stattdessen soll er eben als zusätzliches Hilfsmittel für alle Beteiligten dienen, damit “Macht” im Zusammenhang mit unseren Schulen gar keine Rolle spielt – sondern offene, konstruktive Kommunikation.
Die SchülerInnen
Die Elternplattform sieht den Elternrat als einen ersten Schritt in Richtung Partnerschaft aller an den Schulen Beteiligten und in Richtung der grossen Vision, dass alle an einem Strick ziehen und auf ein Ziel hin arbeiten. Wir sind uns sehr wohl bewusst, dass eine wichtige (wenn nicht die wichtigste) Gruppe in diesem Zusammenhang bisher ausser Acht gelassen wurde: Die SchülerInnen. Wir werden uns deshalb auch für einen “SchülerInnen-Rat” stark machen, welcher, ähnlich dem Elternrat, den SchülerInnen eine Stimme gibt und die Möglichkeit, direkt mit ihnen nach Lösungen zu suchen. Wir sind der Meinung, dass ein SchülerInnen-Rat ab der Mittelstufe sicherlich Sinn ergibt, und dass es sogar Wege gibt, etwas Derartiges auch an der Unterstufe umzusetzen (denn auch Siebenjährige haben interessante und konstruktive Ideen, die es wert sind, sie anzuhören!)