Elternstämme werden Realität

Die Sekundarschule Arlesheim führt ab Wintersemester 2009/2010 in allen Klassen die sogenannten “Elternstämme” ein. Ab 4 Eltern, die daran teilnehmen, müssen sie durchgeführt werden. Dies ein wichtiger Schritt – Elternpartizipation wird somit eine Realität.

Die Elternplattform begrüsst diesen Schritt ausdrücklich. Wir sind seit über zwei Jahren daran,  Elternpartizipation an den Arlesheimer Schulen und im Arlesheimer Schulrat zu thematisieren. Nicht zuletzt auf unsere wiederholten Initiativen hin wurde die Evaluation geeigneter Formen schliesslich vom Schulrat in Auftrag gegeben.

Die vorliegende Lösung nun wurde von einer kleinen Arbeitsgruppe, bestehend aus Lehrpersonen und Eltern, erarbeitet. Je nach Klassenjahr werden die Eltern über das wer, was, wie und wann in geeigneter Form direkt von der Schulleitung der Sekundarschule informiert.

Elternstämme funktionieren auf Klassenebene, als niederschwelliges Angebot für den Dialog zwischen Eltern und Lehrpersonen. Es geht um die Kommunikation, Zusammenarbeit, Vertrauensarbeit – um die Grundlagen einer funktionierenden Partnerschaft also.

Wir sind überzeugt, dass funktionierende Elternpartizipation vielen Problemen vorbeugt, und gleichzeitig eine Grundlage für weitere Ideen darstellt – zum Beispiel für gemeinsame Unternehmungen in einer Klasse.

Bereits jetzt möchten wir alle Eltern mit Kindern in der Sekundarstufe (bzw. mit Kindern, welche ab August in die Sekundarstufe gehen) aufrufen, sich aktiv an der Elternpartizipation zu beteiligen; die Schule hat einen grossen und wichtigen Schritt auf uns Eltern zu gemacht – jetzt liegt es bei uns, den Ball aufzunehmen und die Partnerschaft zu verwirklichen.

Elternplattform Newsletter März/09

Soeben ist unser Newsletter für März 2009 erschienen. Hier ist er zum Online-Lesen nachgereicht. Gefällt er Ihnen? Sie können ihn auch abonnieren: Rechts oben haben Sie die Möglichkeit, Ihre E-Mail Adresse anzugeben.

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Büsst die Eltern

Im Baselbiet schon Praxis (oder zumindest – Theorie), diskutiert nun Basel-Stadt über die Einführung von Bussen für “kooperationsunwillige” Eltern. Der Regierungsrat hat einen entsprechenden Vorschlag angebracht.

Interessanterweise wird das Konzept des Bestrafens unter anderem vom Lehrerverein Baselland angezweifelt – so zumindest wird Bea Fünfschilling, dessen Präsidentin, auf Baz Online zitiert.

Auch die Elternplattform ist der Meinung, dass es zur Lösung eines Problems wenig beiträgt, wenn man sich gegenseitig die Schuld zuschiebt – und (vermeintlich?) Fehlbare einfach büsst. Denn gelöst ist damit gar nichts, und ob eine derartige Busse tatsächlich abschreckend wirkt, sei dahingestellt.

Vielmehr setzen wir uns dafür ein, dass alle an den Schulen Beteiligten, angefangen von den SchülerInnen, Lehrpersonen, Schulleitungen, bis zu den Eltern, zu einer gesunden Gesprächskultur finden – und dass entsprechende Gefässe zur Verfügung gestellt werden können.

Die “Elternstämme”, die sich in den letzten ein bis zwei Jahren in Arlesheim vereinzelt gebildet haben, sind ein erster und wichtiger Schritt dazu; sie eröffnen einen direkten und lockeren Zugang zur Lehrperson (bzw. zu den Eltern) und können so Konflikte und Probleme niederschwellig angehen.

Wir sind nach wie vor der festen Überzeugung, dass ein zusätzliches, übergeordnetes Gremium (wir nennen es “Elternrat“) notwendig ist. Probleme wie müde Schüler, liegengelassene Hausaufgaben oder allgemeines Desinteresse an der Schule (bzw. das Nicht-Verfolgen einer “Zucht und Ordnungs”-Disziplin – siehe dazu auch die vor Kurzem ausgestrahlte Dok-Reportage auf SF) sind mitunter gar keine Einzelfälle, sondern können sich auch als genereller Trend bestätigt sehen – von anderen Themen wie Mobiltelefone, Mobbing, Gewalt usw. ganz zu schweigen (denn hierbei handelt es sich keineswegs um Einzelfälle). Für all das benötigt der Dialog “Eltern – Lehrer” einen ganzheitlichen Ansatz, welcher es erlaubt, in einem von der Einzelklasse losgelösten Rahmen über Lösungen zu diskutieren und sie gemeinsam zu erarbeiten.

Die Initiativen zur Elternmitwirkung an den Schulen in Arlesheim sind am Anlaufen – wir bleiben dran und informieren weiterhin.

Kampfeltern

In der NZZ am Sonntag vom 18. August war ein längerer Artikel zur Problematik der “Kampfeltern” – Eltern also, welche schnell drohend oder mit Prozessen auf Entwicklungen in Schulen reagieren, welche nicht im Interesse ihrer Kinder seien.

Der Artikel zeigt die Problematik auf, ohne ihre Ursachen zu nennen – nämlich, dass die Individualisierung der Gesellschaft, gepaart mit dem heutigen Wissensstand über Pädagogik, Methodik und Didaktik, von der Staatsschule mehr abverlangt als noch vor 20 oder 30 Jahren. Gefordert werden überall die Umsetzungen von neuen und verschiedenen Lehr- und Lernmethoden, und Eltern sind oft nicht mehr bereit, Lehrer hinzunehmen, welche ihrem Kind (anscheinend?) nicht gerecht werden.

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Der Elternrat

Die Elternplattform hat vor einiger Zeit einen Konzeptvorschlag für einen Elternrat für die Schulen in Arlesheim entworfen. Da das Wort “Elternrat” verschiedene Interpretationsansätze bietet, möchten wir hier kurz darlegen, was wir uns darunter genau vorstellen und warum wir überzeugt sind, dass ein “Elternrat” die Schulen in Arlesheim weiterbringt.

Der Konzeptvorschlag

Hier klicken, um den Vorschlag anzusehen

Was ist der Elternrat?

Wie dem Konzeptvorschlag zu entnehmen ist, hat der Elternrat den Zweck, den Dialog zwischen “allen an der Schule Beteiligten” zu fördern. Wir sind der Meinung, dass viele Probleme gar nicht erst entstehen würden, wenn eine institutionalisierte Kommunikationsplattform für Eltern, Schulrat und Schulleitung existierte. Themen wie “Gewalt”, “Mobiltelefone”, aber auch “Pausenplatzgestaltung” oder “Schulfest” könnten zu einem frühen Zeitpunkt angegangen werden – und es könnten Konzepte entstehen, welche auf allen Ebenen (Eltern, Lehrpersonen, Behörden) abgestützt wären.

Der Elternrat und die existierenden Institutionen

Unseres Erachtens und unserer Erfahrung nach reichen die bisherigen Institutionen dafür nicht aus. Der Schulrat ist eine politische Behörde, welche in die Strategien der Schulen Einfluss nimmt und als eine Art “Verwaltungsrat” (oder “Aufsichtsrat”) der Schulen fungiert. Natürlich hat er auch in der Kommunikation und Zusammenarbeit mit Eltern wichtige Aufgaben (nicht zuletzt deshalb, weil er auch Beschwerdeinstanz ist), dennoch ist er für viele Bereiche nicht direkt zuständig, weil er in die operativen Geschäfte der Schule nicht oder nur am Rande eingreift und auch nicht eingreifen soll.

Die immer mehr auf Initiative einzelner Lehrpersonen ins Leben gerufenen “Elternstämme” sind eine grossartige Idee, um die Kommunikation innerhalb der Klassen bzw. der Eltern und Lehrpersonen einzelner Klassen zu verstärken und zu verbessern. Grössere, die ganze Schule angehende Themen jedoch können sie, gemäss ihrer Natur, nicht angehen. Allerdings ist durchaus vorstellbar, dass die Summe aller Elternstämme (oder Vertretungen aus allen Elternstämmen) in Zukunft einen “Elternrat” bilden könnte.

Was ist das Konzept der Elternplattform?

Das Konzept ist ein Vorschlag zur Diskussion. Der Vorstand der Elternplattform hat sich verschiedene existierende (und funktionierende) Elternräte im Kanton Basel-Land und in der ganzen Schweiz angeschaut (teilweise sogar “live” oder den Dialog via E-Mail gesucht, teilweise nur durch Informationssichtung auf Webseiten und anderen Konzepten). Unser Konzept ist sozusagen die verdichtete Form all der Ideen, die wir aufgegriffen haben. Deshalb ist das Konzept weder eine endgültige Version des Elternrates noch eine unumstössliche Tatsache; es ist der Ausgangspunkt für die Entwicklung eines Elternrates an den Schulen in Arlesheim

Was ist der Elternrat nicht?

Der Elternrat ist keine Kontrollinstanz der Lehrpersonen. Er kann und soll nicht in pädagogische Konzepte eingreifen, oder gar als “Meckerecke” für unzufriedene Eltern dienen. Natürlich kann und soll er auch als Ventil fungieren – und natürlich kann er auch, wenn sich zum Beispiel Klagen über einzelne Lehrpersonen (oder Schüer!) häufen, diese konzentriert und mit einem gewissen Gewicht an die Schulleitung und / oder den Schulrat weitergeben. Aber wie beschrieben, soll der Elternrat dem Dialog und der Lösungsorientiertheit dienen, und nicht der Konfrontation und der Problemorientiertheit.

Der Elternrat hat auch keinerlei “politische” oder “administrative” Kompetenzen. Wir möchten durchaus Mitspracherecht und Antragsrecht für ihn fordern, aber die Entscheide werden von Schulleitung und Schulrat gefällt. Insofern hat der Elternrat also keinerlei “Macht”. Stattdessen soll er eben als zusätzliches Hilfsmittel für alle Beteiligten dienen, damit “Macht” im Zusammenhang mit unseren Schulen gar keine Rolle spielt – sondern offene, konstruktive Kommunikation.

Die SchülerInnen

Die Elternplattform sieht den Elternrat als einen ersten Schritt in Richtung Partnerschaft aller an den Schulen Beteiligten und in Richtung der grossen Vision, dass alle an einem Strick ziehen und auf ein Ziel hin arbeiten. Wir sind uns sehr wohl bewusst, dass eine wichtige (wenn nicht die wichtigste) Gruppe in diesem Zusammenhang bisher ausser Acht gelassen wurde: Die SchülerInnen. Wir werden uns deshalb auch für einen “SchülerInnen-Rat” stark machen, welcher, ähnlich dem Elternrat, den SchülerInnen eine Stimme gibt und die Möglichkeit, direkt mit ihnen nach Lösungen zu suchen. Wir sind der Meinung, dass ein SchülerInnen-Rat ab der Mittelstufe sicherlich Sinn ergibt, und dass es sogar Wege gibt, etwas Derartiges auch an der Unterstufe umzusetzen (denn auch Siebenjährige haben interessante und konstruktive Ideen, die es wert sind, sie anzuhören!)

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