Bessere Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule mittels Elternrat

In einem Interview mit dem Migros-Magazin vom 6.9.2010 beschreibt die Expertin Maya Mulle, Leiterin der Fachstelle Elternmitwirkung, wie sich das Umfeld der Schulkinder in den letzten zwanzig Jahren verändert hat. Die Rollenverteilung sei nicht mehr so klar wie früher, als die Eltern Lehrer einfach als Autoritätspersonen akzeptierten und ihnen vertrauten. Heute ginge die Schule viel mehr auf die Bedürfnisse der einzelnen Kinder ein, aber das wecke oftmals die Erwartungen der Eltern. In diesem Spannungsfeld Schule-Elternaus versuche der Elternrat sich zu positionieren. Das erfordere einerseits von der Schule, sich zu öffnen, die Eltern in ihre Abläufe, in die Organisation der Schule einzubeziehen und Entscheidungen transparent zu machen. Anderseits erfordere das bei den Eltern klare Grenzen und Abmachungen zu definieren und sie einzuhalten. Maya Mulle gibt die folgenden Tipps für ein gutes Verhältnis zur Schule:

Eine Beziehung aufbauen

Wenden Sie sich nicht erst an eine Lehrperson, wenn ein Problem auftaucht. Pflegen Sie den Kontakt kontinuierlich, ohne penetrant zu sein. Akzeptieren Sie die Lehrperson als Expertin auf ihrem Gebiet; treten Sie nicht fordernd auf.

Konstruktiv kritisieren

Setzen Sie sich für Ihr Kind ein, aber formulieren Sie Kritik sachlich, ohne zu drohen. Wenden Sie sich erst an die Schulleitung, wenn das Gespräch mit der Lehrperson Sie nicht weiterbringt.

Sich informieren

Eine gute Zusammenarbeit bedingt, dass alle Beteiligten über Ihre Rechte, Pflichten, Möglichkeiten und Kompetenzen im Schulalltag Bescheid wissen.

Ein Jahr Elternstamm – Erfahrungen

Seit einem Jahr bietet die Sekundarschule Arlesheim obligatorisch bei genügend Interesse seitens der Eltern den Elternstamm an. Getreu ihrem Leitbild, die Erziehungsberechtigten in den Schulalltag einzubinden, wurde ein niederschwelliges Angebot geschaffen, welches zur offenen Kommunikation unter den Eltern und den Lehrern einer Klasse beitragen kann.

Die Elternplattform hat sich seit Jahren für Elternpartizipation auch an Arlesheimer Schulen stark gemacht – der Elternstamm ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Wir sind interessiert an Ihren Erfahrungen – wie erleben Sie den Elternstamm in der Klasse Ihres Kindes? Oder ist kein Elternstamm zu Stande gekommen? Glauben Sie, die Anstrengungen zur Elternpartizipation müssen verstärkt werden? Oder sind Sie vielmehr der Ansicht, dass Elternstämme nichts bringen? Teilen Sie sich mit – über unser Kontaktformular oder direkt über den Kommentar unten – wir sind gespannt!

Elternstämme werden Realität

Die Sekundarschule Arlesheim führt ab Wintersemester 2009/2010 in allen Klassen die sogenannten “Elternstämme” ein. Ab 4 Eltern, die daran teilnehmen, müssen sie durchgeführt werden. Dies ein wichtiger Schritt – Elternpartizipation wird somit eine Realität.

Die Elternplattform begrüsst diesen Schritt ausdrücklich. Wir sind seit über zwei Jahren daran,  Elternpartizipation an den Arlesheimer Schulen und im Arlesheimer Schulrat zu thematisieren. Nicht zuletzt auf unsere wiederholten Initiativen hin wurde die Evaluation geeigneter Formen schliesslich vom Schulrat in Auftrag gegeben.

Die vorliegende Lösung nun wurde von einer kleinen Arbeitsgruppe, bestehend aus Lehrpersonen und Eltern, erarbeitet. Je nach Klassenjahr werden die Eltern über das wer, was, wie und wann in geeigneter Form direkt von der Schulleitung der Sekundarschule informiert.

Elternstämme funktionieren auf Klassenebene, als niederschwelliges Angebot für den Dialog zwischen Eltern und Lehrpersonen. Es geht um die Kommunikation, Zusammenarbeit, Vertrauensarbeit – um die Grundlagen einer funktionierenden Partnerschaft also.

Wir sind überzeugt, dass funktionierende Elternpartizipation vielen Problemen vorbeugt, und gleichzeitig eine Grundlage für weitere Ideen darstellt – zum Beispiel für gemeinsame Unternehmungen in einer Klasse.

Bereits jetzt möchten wir alle Eltern mit Kindern in der Sekundarstufe (bzw. mit Kindern, welche ab August in die Sekundarstufe gehen) aufrufen, sich aktiv an der Elternpartizipation zu beteiligen; die Schule hat einen grossen und wichtigen Schritt auf uns Eltern zu gemacht – jetzt liegt es bei uns, den Ball aufzunehmen und die Partnerschaft zu verwirklichen.

Elternplattform Newsletter März/09

Soeben ist unser Newsletter für März 2009 erschienen. Hier ist er zum Online-Lesen nachgereicht. Gefällt er Ihnen? Sie können ihn auch abonnieren: Rechts oben haben Sie die Möglichkeit, Ihre E-Mail Adresse anzugeben.

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Büsst die Eltern

Im Baselbiet schon Praxis (oder zumindest – Theorie), diskutiert nun Basel-Stadt über die Einführung von Bussen für “kooperationsunwillige” Eltern. Der Regierungsrat hat einen entsprechenden Vorschlag angebracht.

Interessanterweise wird das Konzept des Bestrafens unter anderem vom Lehrerverein Baselland angezweifelt – so zumindest wird Bea Fünfschilling, dessen Präsidentin, auf Baz Online zitiert.

Auch die Elternplattform ist der Meinung, dass es zur Lösung eines Problems wenig beiträgt, wenn man sich gegenseitig die Schuld zuschiebt – und (vermeintlich?) Fehlbare einfach büsst. Denn gelöst ist damit gar nichts, und ob eine derartige Busse tatsächlich abschreckend wirkt, sei dahingestellt.

Vielmehr setzen wir uns dafür ein, dass alle an den Schulen Beteiligten, angefangen von den SchülerInnen, Lehrpersonen, Schulleitungen, bis zu den Eltern, zu einer gesunden Gesprächskultur finden – und dass entsprechende Gefässe zur Verfügung gestellt werden können.

Die “Elternstämme”, die sich in den letzten ein bis zwei Jahren in Arlesheim vereinzelt gebildet haben, sind ein erster und wichtiger Schritt dazu; sie eröffnen einen direkten und lockeren Zugang zur Lehrperson (bzw. zu den Eltern) und können so Konflikte und Probleme niederschwellig angehen.

Wir sind nach wie vor der festen Überzeugung, dass ein zusätzliches, übergeordnetes Gremium (wir nennen es “Elternrat“) notwendig ist. Probleme wie müde Schüler, liegengelassene Hausaufgaben oder allgemeines Desinteresse an der Schule (bzw. das Nicht-Verfolgen einer “Zucht und Ordnungs”-Disziplin – siehe dazu auch die vor Kurzem ausgestrahlte Dok-Reportage auf SF) sind mitunter gar keine Einzelfälle, sondern können sich auch als genereller Trend bestätigt sehen – von anderen Themen wie Mobiltelefone, Mobbing, Gewalt usw. ganz zu schweigen (denn hierbei handelt es sich keineswegs um Einzelfälle). Für all das benötigt der Dialog “Eltern – Lehrer” einen ganzheitlichen Ansatz, welcher es erlaubt, in einem von der Einzelklasse losgelösten Rahmen über Lösungen zu diskutieren und sie gemeinsam zu erarbeiten.

Die Initiativen zur Elternmitwirkung an den Schulen in Arlesheim sind am Anlaufen – wir bleiben dran und informieren weiterhin.

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