Münchenstein hat einen Elternrat

Wie dem Wochenblatt vom 11.11.10 zu entnehmen ist, hat sich in der Primarschule Löffelmatt in Münchenstein ein Elternrat gebildet. Der Schulleiter äussert sich sehr positiv zu diesem neugegründeten Projekt. Aus seiner Sicht besteht kein Problem, dass sich Eltern zu stark in den Schulalltag einmischen könnten. Er erachtet es im Gegenteil als sehr wichtig, dass Eltern mit den Lehrpersonen zusammenarbeiten, zumal der Einfluss auf die Kompetenzen der Schulbehörden und Lehrpersonen klar geregelt ist.

Arlesheim hat mit der Einführung der Elternstämme auf Primarstufe einen Anfang gewagt. Wer weiss? Vielleicht können wir in naher Zukunft eine ähnliche Meldung aus unserer Gemeinde lesen?

Bessere Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule mittels Elternrat

In einem Interview mit dem Migros-Magazin vom 6.9.2010 beschreibt die Expertin Maya Mulle, Leiterin der Fachstelle Elternmitwirkung, wie sich das Umfeld der Schulkinder in den letzten zwanzig Jahren verändert hat. Die Rollenverteilung sei nicht mehr so klar wie früher, als die Eltern Lehrer einfach als Autoritätspersonen akzeptierten und ihnen vertrauten. Heute ginge die Schule viel mehr auf die Bedürfnisse der einzelnen Kinder ein, aber das wecke oftmals die Erwartungen der Eltern. In diesem Spannungsfeld Schule-Elternaus versuche der Elternrat sich zu positionieren. Das erfordere einerseits von der Schule, sich zu öffnen, die Eltern in ihre Abläufe, in die Organisation der Schule einzubeziehen und Entscheidungen transparent zu machen. Anderseits erfordere das bei den Eltern klare Grenzen und Abmachungen zu definieren und sie einzuhalten. Maya Mulle gibt die folgenden Tipps für ein gutes Verhältnis zur Schule:

Eine Beziehung aufbauen

Wenden Sie sich nicht erst an eine Lehrperson, wenn ein Problem auftaucht. Pflegen Sie den Kontakt kontinuierlich, ohne penetrant zu sein. Akzeptieren Sie die Lehrperson als Expertin auf ihrem Gebiet; treten Sie nicht fordernd auf.

Konstruktiv kritisieren

Setzen Sie sich für Ihr Kind ein, aber formulieren Sie Kritik sachlich, ohne zu drohen. Wenden Sie sich erst an die Schulleitung, wenn das Gespräch mit der Lehrperson Sie nicht weiterbringt.

Sich informieren

Eine gute Zusammenarbeit bedingt, dass alle Beteiligten über Ihre Rechte, Pflichten, Möglichkeiten und Kompetenzen im Schulalltag Bescheid wissen.

Ein Jahr Elternstamm – Erfahrungen

Seit einem Jahr bietet die Sekundarschule Arlesheim obligatorisch bei genügend Interesse seitens der Eltern den Elternstamm an. Getreu ihrem Leitbild, die Erziehungsberechtigten in den Schulalltag einzubinden, wurde ein niederschwelliges Angebot geschaffen, welches zur offenen Kommunikation unter den Eltern und den Lehrern einer Klasse beitragen kann.

Die Elternplattform hat sich seit Jahren für Elternpartizipation auch an Arlesheimer Schulen stark gemacht – der Elternstamm ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Wir sind interessiert an Ihren Erfahrungen – wie erleben Sie den Elternstamm in der Klasse Ihres Kindes? Oder ist kein Elternstamm zu Stande gekommen? Glauben Sie, die Anstrengungen zur Elternpartizipation müssen verstärkt werden? Oder sind Sie vielmehr der Ansicht, dass Elternstämme nichts bringen? Teilen Sie sich mit – über unser Kontaktformular oder direkt über den Kommentar unten – wir sind gespannt!

Lehrerausbildung am AVS

Am 9. September fand im Rahmen der Lehrerausbildung eine vom Amt für Volksschulen organisierte Veranstaltung zum Thema “Elternmitarbeit” statt. Das AVS hat die Elternplattform, neben Lehrervertreterinnen und Schulleitungen, für ein Impulsreferat eingeladen.

Die Veranstaltung richtete sich an Lehrpersonen, welche im August in den Beruf eingestiegen sind; trotz der vielen anderen Aufgaben, welche in dieser Anfangsphase anfallen, waren die Teilnehmenden aufgeschlossen und interessiert. In Diskussionsrunden wurde das Thema noch weitervertieft.

Wir sind stolz, dass wir als “Stimme der Eltern” zu diesem Thema haben sprechen dürfen. Interessierte finden unsere 5 Folien, auf welchen unser Beitrag fusste, hier.

Elternstämme werden Realität

Die Sekundarschule Arlesheim führt ab Wintersemester 2009/2010 in allen Klassen die sogenannten “Elternstämme” ein. Ab 4 Eltern, die daran teilnehmen, müssen sie durchgeführt werden. Dies ein wichtiger Schritt – Elternpartizipation wird somit eine Realität.

Die Elternplattform begrüsst diesen Schritt ausdrücklich. Wir sind seit über zwei Jahren daran,  Elternpartizipation an den Arlesheimer Schulen und im Arlesheimer Schulrat zu thematisieren. Nicht zuletzt auf unsere wiederholten Initiativen hin wurde die Evaluation geeigneter Formen schliesslich vom Schulrat in Auftrag gegeben.

Die vorliegende Lösung nun wurde von einer kleinen Arbeitsgruppe, bestehend aus Lehrpersonen und Eltern, erarbeitet. Je nach Klassenjahr werden die Eltern über das wer, was, wie und wann in geeigneter Form direkt von der Schulleitung der Sekundarschule informiert.

Elternstämme funktionieren auf Klassenebene, als niederschwelliges Angebot für den Dialog zwischen Eltern und Lehrpersonen. Es geht um die Kommunikation, Zusammenarbeit, Vertrauensarbeit – um die Grundlagen einer funktionierenden Partnerschaft also.

Wir sind überzeugt, dass funktionierende Elternpartizipation vielen Problemen vorbeugt, und gleichzeitig eine Grundlage für weitere Ideen darstellt – zum Beispiel für gemeinsame Unternehmungen in einer Klasse.

Bereits jetzt möchten wir alle Eltern mit Kindern in der Sekundarstufe (bzw. mit Kindern, welche ab August in die Sekundarstufe gehen) aufrufen, sich aktiv an der Elternpartizipation zu beteiligen; die Schule hat einen grossen und wichtigen Schritt auf uns Eltern zu gemacht – jetzt liegt es bei uns, den Ball aufzunehmen und die Partnerschaft zu verwirklichen.

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