Lehrerausbildung am AVS

Am 9. September fand im Rahmen der Lehrerausbildung eine vom Amt für Volksschulen organisierte Veranstaltung zum Thema “Elternmitarbeit” statt. Das AVS hat die Elternplattform, neben Lehrervertreterinnen und Schulleitungen, für ein Impulsreferat eingeladen.

Die Veranstaltung richtete sich an Lehrpersonen, welche im August in den Beruf eingestiegen sind; trotz der vielen anderen Aufgaben, welche in dieser Anfangsphase anfallen, waren die Teilnehmenden aufgeschlossen und interessiert. In Diskussionsrunden wurde das Thema noch weitervertieft.

Wir sind stolz, dass wir als “Stimme der Eltern” zu diesem Thema haben sprechen dürfen. Interessierte finden unsere 5 Folien, auf welchen unser Beitrag fusste, hier.

Elternstämme werden Realität

Die Sekundarschule Arlesheim führt ab Wintersemester 2009/2010 in allen Klassen die sogenannten “Elternstämme” ein. Ab 4 Eltern, die daran teilnehmen, müssen sie durchgeführt werden. Dies ein wichtiger Schritt – Elternpartizipation wird somit eine Realität.

Die Elternplattform begrüsst diesen Schritt ausdrücklich. Wir sind seit über zwei Jahren daran,  Elternpartizipation an den Arlesheimer Schulen und im Arlesheimer Schulrat zu thematisieren. Nicht zuletzt auf unsere wiederholten Initiativen hin wurde die Evaluation geeigneter Formen schliesslich vom Schulrat in Auftrag gegeben.

Die vorliegende Lösung nun wurde von einer kleinen Arbeitsgruppe, bestehend aus Lehrpersonen und Eltern, erarbeitet. Je nach Klassenjahr werden die Eltern über das wer, was, wie und wann in geeigneter Form direkt von der Schulleitung der Sekundarschule informiert.

Elternstämme funktionieren auf Klassenebene, als niederschwelliges Angebot für den Dialog zwischen Eltern und Lehrpersonen. Es geht um die Kommunikation, Zusammenarbeit, Vertrauensarbeit – um die Grundlagen einer funktionierenden Partnerschaft also.

Wir sind überzeugt, dass funktionierende Elternpartizipation vielen Problemen vorbeugt, und gleichzeitig eine Grundlage für weitere Ideen darstellt – zum Beispiel für gemeinsame Unternehmungen in einer Klasse.

Bereits jetzt möchten wir alle Eltern mit Kindern in der Sekundarstufe (bzw. mit Kindern, welche ab August in die Sekundarstufe gehen) aufrufen, sich aktiv an der Elternpartizipation zu beteiligen; die Schule hat einen grossen und wichtigen Schritt auf uns Eltern zu gemacht – jetzt liegt es bei uns, den Ball aufzunehmen und die Partnerschaft zu verwirklichen.

Büsst die Eltern

Im Baselbiet schon Praxis (oder zumindest – Theorie), diskutiert nun Basel-Stadt über die Einführung von Bussen für “kooperationsunwillige” Eltern. Der Regierungsrat hat einen entsprechenden Vorschlag angebracht.

Interessanterweise wird das Konzept des Bestrafens unter anderem vom Lehrerverein Baselland angezweifelt – so zumindest wird Bea Fünfschilling, dessen Präsidentin, auf Baz Online zitiert.

Auch die Elternplattform ist der Meinung, dass es zur Lösung eines Problems wenig beiträgt, wenn man sich gegenseitig die Schuld zuschiebt – und (vermeintlich?) Fehlbare einfach büsst. Denn gelöst ist damit gar nichts, und ob eine derartige Busse tatsächlich abschreckend wirkt, sei dahingestellt.

Vielmehr setzen wir uns dafür ein, dass alle an den Schulen Beteiligten, angefangen von den SchülerInnen, Lehrpersonen, Schulleitungen, bis zu den Eltern, zu einer gesunden Gesprächskultur finden – und dass entsprechende Gefässe zur Verfügung gestellt werden können.

Die “Elternstämme”, die sich in den letzten ein bis zwei Jahren in Arlesheim vereinzelt gebildet haben, sind ein erster und wichtiger Schritt dazu; sie eröffnen einen direkten und lockeren Zugang zur Lehrperson (bzw. zu den Eltern) und können so Konflikte und Probleme niederschwellig angehen.

Wir sind nach wie vor der festen Überzeugung, dass ein zusätzliches, übergeordnetes Gremium (wir nennen es “Elternrat“) notwendig ist. Probleme wie müde Schüler, liegengelassene Hausaufgaben oder allgemeines Desinteresse an der Schule (bzw. das Nicht-Verfolgen einer “Zucht und Ordnungs”-Disziplin – siehe dazu auch die vor Kurzem ausgestrahlte Dok-Reportage auf SF) sind mitunter gar keine Einzelfälle, sondern können sich auch als genereller Trend bestätigt sehen – von anderen Themen wie Mobiltelefone, Mobbing, Gewalt usw. ganz zu schweigen (denn hierbei handelt es sich keineswegs um Einzelfälle). Für all das benötigt der Dialog “Eltern – Lehrer” einen ganzheitlichen Ansatz, welcher es erlaubt, in einem von der Einzelklasse losgelösten Rahmen über Lösungen zu diskutieren und sie gemeinsam zu erarbeiten.

Die Initiativen zur Elternmitwirkung an den Schulen in Arlesheim sind am Anlaufen – wir bleiben dran und informieren weiterhin.

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