Kinder helfen Konflikte zu bewältigen

Am 8. September 2010 hielt Herr Ulrich Giesekus, in der Aula Gerenmatt ein Referat zum Thema „Streit unter Kinder“, veranstaltet von der Elternbildung Arlesheim zusammen mit der Primarschule. Auf sehr spannende und eindrückliche Art hat er den ca. 80 anwesenden Personen dargelegt, wie man Kindern das Streiten beibringt. Er machte deutlich, dass die Kinder Selbstbeherrschung und soziale Kompetenz erlernen müssten. Ein Streit dürfe weder aggressiv noch passiv „ausgefochten“ werden. Auf aggressive Worte folge oft Sachbeschädigung und auf Sachbeschädigung Körperverletzung. Jedem Streit, sei er verbal oder körperlich, ist deshalb unmittelbar Einhalt zu gebieten.

Wenn Sie mehr über dieses Thema wissen möchten; Herr Ulrich Giesekus hat ein Buch zum Thema geschrieben – “Gewalt: die alltägliche Gefahr”, oncken Verlag, ISBN: 3-7893-7461-X

Harassenlauf erfolgreich verhindert – oder?

Der Harassenlauf wurde in den letzten Jahren zum vielbeachteten medialen Grossärgernis. Dieses Jahr wurde er mit einem riesigen Polizeiaufgebot und der kompletten Sperre des Park im Grünen erfolgreich verhindert. Nur ca. 300 Jugendliche haben auf alternativen Routen ihre Version des 1. Mai gefeiert.

Jugendliche, welche ohne Rücksicht auf Verluste durch Naturschutzgebiete ziehen und diese in einem chaotischen Zustand hinterlassen, Massenbesäufnisse bis zum Umfallen und offensichtlich ganz einfach Gruppen von Jugendlichen, welche keine Grenzen mehr kennen – für Eltern natürlich ein Grund zur Besorgnis.

Aber: Sind Massnahmen, wie in diesem Jahr vom Kanton und den Gemeinden ergriffen, wirklich der Weisheit letzter Schluss? Wie tragen Polizeiaufgebote, die eines “Hochrisikospiels” des FCB würdig sind, zu einer Deeskalation und einem vernünftigen Umgang mit der Situation bei? Gerade wir Erwachsenen werfen den Jugendlichen Unverhältnismässigkeit vor – sind nicht die Reaktionen genauso unverhältnismässig?

Natürlich gibt es nun einen schönen Erfolg zu feiern – der Harassenlauf hat nicht stattgefunden. Im Zeitalter der kurzen Aufmerksamkeitsspanne der Medien kann man damit das Thema nun ad acta legen – zumindest bis zum 1. Mai 2011. Aber: Was wurde erreicht? Ist das Problem entschärft, gelöst? Haben die Jugendlichen (und die Erwachsenen!) etwas gelernt? Oder haben wir vielleicht nicht doch etwas scheinheilig einen Pyrrhussieg errungen, weil künftige ähnliche Aktionen einfach versteckter, spontaner (und vielleicht sogar umso heftiger) ausfallen?

Thomas Keller

Jugend gegen Gewalt

Vom 26. Oktober bis 1. November 2009 führt terre des hommes schweiz eine Aktionswoche “Jugendliche gegen Gewalt” durch. Mehr Informationen gibt es in dieser Broschüre und auf der Webseite der Aktionswoche.

Spiele machen…

…gewalttätig? Aggressiv? Oder – sie helfen beim Abreagieren? Ein Dauerthema, auch hier bei uns….

Gemäss einer neuen Studie der Fachhochschule Nordwestscheiz gibt es keinen direkten Zusammenhang zwischen Computerspielen und Jugendgewalt. Die Ausnahme sind in der Studie beschriebene “Kumulation von Problemlagen” – z. B. wenn Jugendliche Probleme im Elternaus oder in der Schule haben, welche sich dann zusammen mit dem Konsum von gewaltverherrlichenden Spielen oder Filmen wechselseitig verstärken – und somit die anfälligen Jugendliche gefährden.

Das Thema ist immer wieder in den Medien, nicht zuletzt durch den Amoklauf in Winnenden, oder durch die Verbote in Deutschland. Letzten Sonntag hat die “NZZ am Sonntag” genau diese Studie der Fachhochschule Nordwestscheiz als Aufhänger für einen längeren Artikel verwendet – und die Studie als Gegensatz zu “Kulturpessimisten” wie Neil Postman und Manfred Spitzer gestellt.

Urteile bleiben jedem selbst überlassen – uns erscheint wichtig, dass derartige Themen immer wieder auf den Tisch kommen – und ent-tabuisiert werden. Ob Verbote dabei helfen, erscheint zumindest fraglich.

Lesen Sie zum Thema auch unser Dossier “Kinder und Medien”.

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