Zu den Abstimmungen

Am 27. November stehen zwei Abstimmungen an, welche die Bildungslandschaft in Arlesheim direkt betreffen. Gerne möchten wir Ihnen unsere Ansichten dazu darlegen.

Der Änderung bezüglich der Zusammensetzung des Schulrates stimmen wir zu. Einerseits ist aus unserer Sicht ist auch mit 5 Mitgliedern eine genügend breite Abstützung des Schulrates in der Bevölkerung möglich, andererseits sollte ein solches Gremium sowieso sach- und nicht parteibezogen arbeiten.

Die Vorlage zur Änderung des Bildungsgesetzes lehnen wir klar ab.  Zwar wären die praktischen Auswirkungen des Gesetzes wohl marginal, da z.B. Lehrpläne und Stundentafeln nur alle 10 bis 15 Jahre verändert, resp. erneuert werden.  Es würde sich unserer Ansicht nach aber um ein komplett falsches Signal und um einen Schritt in eine verheerende Richtung handeln: anstatt den Trend des zunehmenden Einflusses der Politik auf die Bildung zu verstärken, möchten wir auch auf dieser Ebene weiterhin eine klar sachbezogene Bildungspolitik fordern. Das weltweit einmalige Bildungssystem in der Schweiz darf nicht zum Spielball politischer Interessen verkommen, sondern sollte als das weiterentwickelt werden, was es ist: Die wertvollste Ressource zur Sicherung unserer Zukunft.

HarmoS kommt zur Abstimmung

Es ist soweit – nach 18 anderen Kantonen (12 ja, 6 nein), stimmen wir  nun auch im Kanton Basel-Land über das HarmoS Konkordat ab. Die Elternplattform Arlesheim hat sich schon vor längerer Zeit klar dafür ausgesprochen. Hier noch einmal in Kürze, worum es geht:

HarmoS ist im Prinzip nichts anderes als eine strukturelle Vereinheitlichung der verschiedenen kantonalen Schulsysteme auf „8-3“: 8 Primarschuljahre (inkl. 2 Jahre Kindergarten) und 3 Sekundarschuljahre. Das vielbeschworene weinende Vierjährige, welches ab sofort Französich-Vokabeln zu büffeln hat, löst sich in heisse Luft auf: Für den Kanton Basel-Land ändert sich die Dauer der einzelnen Schulstufen – und das erste Kindergartenjahr, welches von der grossen Mehrheit unserer Kinder sowieso schon besucht wird, wird mit HarmoS obligatorisch. Von Verschulung also keine Spur.

Uns erscheint die Vereinheitlichung der Strukturen eine dringende Notwendigkeit – nicht nur, weil die Lerninhalte vergleichbar werden, sondern vor allem auch wegen des Mobilitätsfaktors – für Familien, aber auch für Lehrpersonen. Übrigens tangiert HarmoS weder Blockzeiten und Tagesstrukturen noch die Praxis der Sonder- und Kleinklassen.

Bei jeder Veränderung stehen Chancen gegen Risiken. Wir glauben, dass die Chancen der Vereinheitlichung die Risiken bei Weitem übersteigen. Mehr dazu finden Sie im Dossier zum Thema.

HarmoS-Diskussion mit Regierungsrat Wüthrich

Im Vorfeld der kommenden Abstimmung um HarmoS organisiert der Jugendrat Basel-Land eine Diskussion zum Thema. Unter den Diskussionsgästen ist Regierungsrat Wüthrich, auch der Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland wurde um eine Vertretung angefragt.

Der Anlass findet statt am 8. September um 19 Uhr in der Kantonsbibliothek Liestal.

Verwirrung um HarmoS in Basel-Land

Vor einigen Wochen war in einer Medien-Mitteilung zu lesen, dass sich die Bildungs- Kultur- und Sportkommission des Kantons Basel-Land gegen einen HarmoS Beitritt ausspricht.

Dieser Entscheid an sich ist schon einigermassen befremdend – richtig verwirrend wird es ein paar Zeilen weiter unten, wo nämlich dem Landrat empfohlen wird, die Änderungen des Bildungsgesetzes bezüglich “Bildungsraum Nordwestschweiz” anzunehmen.

Wir haben mit der BKSK Kontakt aufgenommen, um diese Entscheide besser verstehen zu können. Der Antwort ist zu entnehmen, dass die BKSK mit “sehr knappen Stimmverhältnissen” entschieden hat. Offensichtlich haben die Befürchtungen bezüglich zwei Fremdpsrachen auf Primarstufe gegen HarmoS gesprochen – und gegen die Sonderpädagogik die Befürchtung, dass der Unterricht “infolge der Durchmischung [von nicht-behinderten und behinderten Kinder] für die Lehrpersonen start erschwert würde”. Ausserdem sei mit Widerstand von Eltern zu rechnen.

Den Bildungsraum Nordwestschweiz möchte die Kommission dennoch zur Annahme empfehlen, weil “eine Zusammenarbeit zwischen den Kantonen trotz allem sehr erwünscht ist”.

Als nächstes steht nun die Landratsdebatte bevor – wir hoffen, dass sich der Landrat nicht von Befürchtungen und diffusen Vorhersagen über mögliche Reaktionen der Eltern (=WählerInnen!) leiten lässt, sondern von Chancen, die sich hier eröffnen – und dass man die Zusammenarbeit nicht “trotz allem”, sondern “eben deshalb” sucht!

Die Elternplattform steht weiterhin hinter HarmoS – alle Reformen und Veränderungen bergen Risiken und Chancen, und die Kunst ist es, erstere zu minimieren und letztere zu begünstigen. Wir freuen uns, dass trotz des Schlingerkurses einiger Parteien sich lokale Exponenten weiterhin klar für HarmoS aussprechen.

HarmoS in Freiburg angenommen

Mit der Annahme des HarmoS-Konkordats in Freiburg heute Sonntag, erhöht sich die Zahl der dem Konkordat beigetretenen Kantone auf 12: BE, SH, GL, VD, JU, NE, VS, SG, ZH, GE, TI und neu FR sind dafür; ZG, UR, LU, GR, TG und NW sind dagegen. Somit steht es 2:1 für HarmoS.

In einer weiteren Abstimmung im Kanton Thurgau wurde die freie Schulwahl bachab geschickt. Dies war die zweite Abstimmung über die freie Schulwahl nach derjenigen im Kanton Basel-Land im letzten November.

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