Arlesheim wird zur “kinderfreundlichen Gemeinde”

Die UNICEF-Initiative “kinderfreundliche Gemeinde” wird in Arlesheim konkret. Der nächste grosse Schritt findet am Dienstag, 8. Juni ab 14 Uhr statt: In einem Workshop in der Turnhalle Hagebuchen können Kinder und Jugendliche zu verschiedenen Themen ihre Ideen, Anregungen und Wünsche einbringen.

Die Projektleitung hat das Jugendhaus Arlesheim. Der Workshop hat das Ziel, die Kinder aktiv in die Planung einzubeziehen. Natürlich sollen später möglichst viele Wünsche und Ideen in Tat umgesetzt werden – deshalb folgen nach dem Workshop verschiedene weitere Aktionen, über die jeweils wieder berichtet werden.

Das Jugendhaus hat verschiedene Institutionen in Arlesheim zur Mitarbeit an den Workshops angefragt – die Elternplattform freut sich, dass auch VertreterInnen aus unserem Vorstand dabei sind und am Workshop das Thema “kinderfreundliche Politik und Verwaltung” betreuen.

Verwirrung um HarmoS in Basel-Land

Vor einigen Wochen war in einer Medien-Mitteilung zu lesen, dass sich die Bildungs- Kultur- und Sportkommission des Kantons Basel-Land gegen einen HarmoS Beitritt ausspricht.

Dieser Entscheid an sich ist schon einigermassen befremdend – richtig verwirrend wird es ein paar Zeilen weiter unten, wo nämlich dem Landrat empfohlen wird, die Änderungen des Bildungsgesetzes bezüglich “Bildungsraum Nordwestschweiz” anzunehmen.

Wir haben mit der BKSK Kontakt aufgenommen, um diese Entscheide besser verstehen zu können. Der Antwort ist zu entnehmen, dass die BKSK mit “sehr knappen Stimmverhältnissen” entschieden hat. Offensichtlich haben die Befürchtungen bezüglich zwei Fremdpsrachen auf Primarstufe gegen HarmoS gesprochen – und gegen die Sonderpädagogik die Befürchtung, dass der Unterricht “infolge der Durchmischung [von nicht-behinderten und behinderten Kinder] für die Lehrpersonen start erschwert würde”. Ausserdem sei mit Widerstand von Eltern zu rechnen.

Den Bildungsraum Nordwestschweiz möchte die Kommission dennoch zur Annahme empfehlen, weil “eine Zusammenarbeit zwischen den Kantonen trotz allem sehr erwünscht ist”.

Als nächstes steht nun die Landratsdebatte bevor – wir hoffen, dass sich der Landrat nicht von Befürchtungen und diffusen Vorhersagen über mögliche Reaktionen der Eltern (=WählerInnen!) leiten lässt, sondern von Chancen, die sich hier eröffnen – und dass man die Zusammenarbeit nicht “trotz allem”, sondern “eben deshalb” sucht!

Die Elternplattform steht weiterhin hinter HarmoS – alle Reformen und Veränderungen bergen Risiken und Chancen, und die Kunst ist es, erstere zu minimieren und letztere zu begünstigen. Wir freuen uns, dass trotz des Schlingerkurses einiger Parteien sich lokale Exponenten weiterhin klar für HarmoS aussprechen.

Aufforderung zur Kommunikation

Der Vorstand der Elternplattform Arlesheim weiss aus erster Hand, dass die Arbeit des Schulrates keine einfache ist. Gerade deshalb sind wir von der zentralen Bedeutung der Zusammenarbeit mit allen Beteiligten überzeugt.

Die Schulen in Arlesheim haben auf Schulbeginn angefangen, die Elternstämme einzuführen. Dies ist ein gutes Beispiel für die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrpersonen, und wir sind stolz darauf, dass wir dazu viel Starthilfe geleistet haben. Liebe Eltern – bitte bringt Euch in die Elternstämme ein, denn hier habt Ihr direkte Mitgestaltungsmöglichkeit!

Wir verfolgen mit Sorge die Beiträge in der Presse und in den Blogs zu Schul- und Behördenentwicklung. Die Art und Weise, wie hier nun einseitig Vorwürfe erhoben werden, sind  unseres Erachtens der Sache nicht dienlich und lassen die Situation nur weitereskalieren.

Trotzdem (oder gerade deshalb) sind wir der Meinung, dass sich der Schulrat über seine Kommunikation Gedanken machen muss. Wir Eltern möchten ausgewogene Informationen aus erster Hand. Das Ziel sollte stets eine konstruktive Kommunikation sein, welche zur Qualität unserer Schulen beiträgt. Von allen Beteiligten erhoffen wir uns die Motivation, sich für gute Schulen in Arlesheim einzusetzen.

Bildungsraum Nordwestschweiz verzichtet auf Basisstufe

Die Regierungsräte für Bildung aus Basel-Land, Basel-Stadt, Solothurn und Aargau haben auf die Resultate der Vernehmlassung des Bildungsraumes Nordwestschweiz sowie auf die Abstimmung im Kanton Aargau reagiert und ihre Vorschläge überarbeitet.

Als grösste Veränderung zur ursprünglichen Vorlage fällt auf, dass explizit auf die Einführung einer Basisstufe verzichtet wird – dies aufgrund überwiegend skeptischer Rückmeldungen.

Ebenfalls will man auf einen Staatsvertrag verzichen; stattdessen soll auf “interkantonale Vereinbarungen” gesetzt werden, welche natürlich auch weniger verbindlich sind.

Schliesslich fällt auf, dass für die Kantone Basel-Land, Solothurn und Basel-Stadt konkrete “nächste Schritte” vorliegen – für den Kanton Aargau jedoch nicht. Aufgrund der kürzlichen Abstimmungsresultate ist dies allerdings nicht weiter verwunderlich.

Die Elternplattform bedauert ausdrücklich den Verzicht auf die Basisstufe; dieses Modell, welches einen fliessenden Übergang vom Kindergarten in die Primarschule erlaubt, wird den einzelnen, teilweise sehr unterschiedlichen Bedürfnissen von Kindern unseres Erachtens weit mehr gerecht als die gängige Praxis einer Trennung zwischen “Kindergarten” und “Schule”. Dass hier offensichtlich hauptsächlich strukturelle Rahmenbedingungen zum Show-Stopper wurden, zeigt, dass Innovation in der Bildungspolitik einen schweren Stand hat.

Trotz veränderter Ausgangslage hoffen wir, dass der Bildungsraum, wenn nun auch in veränderter und verkleinerter Form, bald Realität wird. Investitionen in die Bildung sind und bleiben Investitionen in die Zukunft – auch und gerade in Krisen.

Nachbarn

Die Elternplattform begrüsst die neuen, virtuellen Nachbarn auf Treffpunkt-Schule.net, einer Plattform getragen von der FDP Arlesheim.

Wir freuen uns über den Neuzugang und über die Absicht, die Bildungspolitik in Arlesheim weiter zu beleben und sich für qualitiativ gute Schulen einzusetzen.

Viel Erfolg und auf gute Nachbarschaft!

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